Institution: Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich
Tätigkeiten: Technische Projekleitung, Konzeption
Die Idee für „Medien Kunst Geschichte Online“ (MKG) wird bereits Ende der 90er Jahre geboren. Auf Initiative von Gerhard Blechinger entsteht im Jahr 2002 das MKG-Tool, ein erster Prototyp für eine Online Vorlesungsreihe, der in seiner zentralen Idee eine intelligente Verknüpfung zwischen dem Vorlesungsvideostream und den indexikalisch erfassten wie referenzierten Daten vorsieht. Ein Team - bestehend aus einem Programmierer, einem Designer, Konzeptentwicklern wie Aufnahmeproduzenten - setzt die ersten Ideen des Konzeptes um. Nach vier Monaten Arbeitszeit liegt Ende 2002 ein erstes Modell in der Verknüpfung von Lehr- und Lerninhalten vor. Gemeinsam mit Hans-Peter Schwarz werden synchron im Oktober 2002 vier Vorlesungen mit dem Titel „Medien Kunst Geschichte“ im Virtuellen Studio an der Fraunhofer Gesellschaft in St. Augustin bei Bonn aufgezeichnet. Diese Vorlesungen sind nun unter der Vorlesungsreihe „MKG“ abrufbar.
Nach der Präsentation anlässlich der Learntec 2003 in Karlsruhe, wo die HGKZ durch das itz-Team mit dem MKG-Prototypen vertreten war, stellt sich bald heraus, dass eine zukünftige redaktionelle Arbeit für eine Online Vorlesungsreihe nur über adäquate Redaktionssysteme zu leisten ist. In einer zweiten Entwicklungsphase werden ab September 2003 sowohl die Online Redaktionssysteme für Datenerfassung (Index) wie auch für Dateninszenierung (Vorlesung) realisiert. Dabei ist es von Interesse, dass der zukünftige Online Redakteur weitgehend unabhängig arbeiten kann und auch nicht an einen Standort gebunden ist.
In der Online Datenerfassung des Vorlesungsverzeichnisses werden die aus dem Manuskript der Referenten entlehnten Stichwörter, nämlich ‚Autoren/Künstler’, ‚Werke’ und ‚Begriffe’ den einzelnen Vorlesungen zugeordnet. Dabei bilden diese drei Stichwort-Typen die zentralen Entitäten, an die alle weiteren Referenzen (Url’s, Publikationen, Beziehungen zu anderen Entitäten, Bilder oder Videos) geknüpft werden. In der „Choreografie“ werden im Anschluss an die redaktionelle Recherche und Erfassung des Materials, die Daten auf einer so genannten „Bühne“ inszeniert. Synchron zum Videostream wird die Online-Vorlesung aus seinen einzelnen Bestandteilen wieder zusammengebaut, d.h. Stichwörter (Begriffe), Bilder, Videos, Zitate und Kapitel werden auf einer Zeitleiste abgelegt bzw. choreografiert.
Im Oktober 2003 folgt des Weiteren die Umsetzung des virtuellen Arbeitsplatzes, die dem Studierenden bei der persönlichen Materialsammlung wie -ordnung des vorliegenden Lehrmaterials behilflich sein soll. Daneben wird der MKG-Prototyp in eine neue Version überführt, die mit Hilfe von Macromedia Flash und dem Macromedia FlashCom Streaming Server realisiert wird. Die Lernumgebung liegt den bewährten offenen Komponenten PHP, MySQL, XML-RPC und W3C SMIL zu Grunde.
Somit ist die M_K_G-Lernumgebung (Medien_Kultur_Geschichte) für die Aufnahmeproduktion der „Ringvorlesung“ im Wintersemester 2003 an der HGKZ bereit.
Seit November 2003 werden kontinuierlich die im Vortragssaal der HGKZ stattfindenden „Ringvorlesungen“ von einem Aufnahmeproduktionsteam aufgezeichnet und für die Online Ausgabe von einem Redaktionsteam aufbereitet. Die Ergebnisse beider Produktionsphasen – die MKG-Vorlesungen von Hans-Peter Schwarz (2002) wie auch die „Ringvorlesung“ des Wintersemesters (2003/04) liegen nun im April 2004 vor.
Die Lernumgebung M_K_G verfolgt thematisch wie strukturell, als interdisziplinär angelegte wie institutionell übergreifende Vorlesungsreihe, die Idee, vernetztes Lehren und multimedial gestütztes Lernen in Einklang zu bringen. Mit der ursprünglichen Idee von MKG ist die Vision verbunden, Wissenschaft & Multimedialität in der kunstwissenschaftlich wie kunsthistorisch orientierten Lehre im Kontext neuester Entwicklungen in den Netztechnologien zu erforschen und einem breiten Online Publikum zugänglich zu machen. Im Mittelpunkt der Lernumgebung steht die Archivierung von Lehr- und Lernprozessen. Dabei liegt das Augenmerk auf der entwickelten Struktur, über den Videostream und seine Verknüpfungen in die Tiefe der Informationen punktuell wie kontextuell einzudringen und Lernen als einen medialen Gedächtnisraum zu gestalten, der über das einfache „Zuhören und Zuschauen“ weit hinausgeht.